daily operation: 2000-11-15

written on a Wednesday
original file: 20001115_unverbindling
>>   random d.ope: 20130114

159 chunks of dope:

er schreit nach einer antwort der text. streng analytisch bemueht um metaphern als eine auswahl starker bilder umreisst du dich, bestimmt, durchblickend und doch auf der suche. sehr persoenlich... war das nur fuer mich? pjharvey:its been so long, i've lost my taste........
in my glass coffin / in my flesh coffin / i'll wait
was kann ich da antworten, will mir nicht den vorwurf der unverbindlichkeit einhandeln, doch kann ich nicht eine solche selbstanalyse liefern, mir fehlt diese an destruktiven bildern reiche sprache zur selbstbeschreibung.
ich hatte nie den anker des hasses um meine position zu bestimmen, lebte unter dem postulat der nettigkeit der guete und des verstaendnisses: fuer alle und alles ausser fuer mich selbst. woher kommt dann die haerte und der panzer? nach den ersten messern in den rippen ist er wohl gewachsen als eine koerperliche reaktion. wer einem nahe genug steht hat das messer quasi schon in den rippen dir gesteckt, klar, dass da jede bewegung schmerzt, und wenn dann jemand sich abwendet, geht, sein messer mitnimmt, faengt das dann hoellisch an zu bluten...
ich lernte in meinem kopf zu leben, wissend mein messer werde ich mir nie rausziehen, und wenn doch dann verblute ich wenigstens endgueltig. jede erfahrung schien eine bestaetigung dieser theorien zu sein, die sich jedoch nicht wirklich bewusst greifen liessen.
ich wurde zu einem glaesernen sarg fuer meine romantischen vorstellungen vom leben und den menschen. meine bewusste wahrnehmung meiner selbst wandelte sich oft und fast schon regelmaessig. ich war niemandem was schuldig, merkte ich eines tages, nachdem ich dachte ich waere was schuldig, waere schuld haette schuld all die kristenkacke, die unbemerkt unaufdringlich sich in mich geschlichen hatte. und ich begann das grosse werk der zerstoerung an mir selbst...
seit ich mich erinnern kann hatte ich immer ein geheimes leben, von dem keiner wusste, ich glaube das haben alle, es verhindert selbstverlust, wird zum refugium in harten zeiten, macht durch seinen widerspruch die widersprueche erst ertraeglich. meine abgruende: ich bin niemandem rechenschaft schuldig muss nichts erklaeren, bin auch mal meister. nicht dass es da immer ruhig zugeht, oder etwa alles in ordnung ist, aber es ist sowas wie der anker in der realitaet. es ist mein kraftwerk. ich habe manchmal versucht, es menschen zu zeigen, nicht ganz, sie in die naehe zu fuehren, auf seine existenz hinweisend, doch niemand hat seine bedeutung fuer mich verstanden, sie nahmen ihr messer und gingen...
die abgruende, die widersprueche, die die gesamte menschliche existenz zu charakterisieren scheinen, wurden mir klar, nach und nach, vieles meinte ich auch nur zu erkennen, vieles war wohl falsch, doch ich dachte ausser mir nimmt das keiner wahr, alle kommen gut zurecht. ich waehnte den wahn in mir, hielt die sache fuer eine art tuer, die, einmal aufgestossen, sich nicht wieder verschliessen liess, eintritt schaffend fuer den zweifel, die grenzenlosen kreisenden gedanken, die mein hirn zermarterten, was ist echt, was wird mir vorgegaukelt, die schwelle zur paranoia hatte ich lange nicht als solche erkennen koennen. doch ich bin soweit gewachsen, mich als mensch ernstzunehmen, weiss oder glaube zu wissen von den unterschieden, bin nicht so und doch auch nicht so anders, das leben hat platz fuer sehr viele logische zustaende im hirn, in den hirnen. so schaffe ich es meistens, die balance halten zu koennen, obwohl ich stark reduziere, widersprueche ignoriere, manchmal unverbindlich wirke, doch ich kann so nett sein zu menschen, ihnen zuhoeren und nehme das dann doch alles ernst, zu ernst wohl manchmal.