daily operation: 2009-06-09

written on a Tuesday
original file: 20090609
>>   random d.ope: 20080531nth

159 chunks of dope:

der duchbruch. guten morgen capitala, etwas verschlafen, 7:38 statt 7:00 wie anvisiert. das ist ja wie zuhause. die ueblichen 2-3 handgriffe, eine stunde ist um, so kenn ich das. ab ins archiv, den weg kenn ich schon, vor mir das ehepaar reinharts, aus reschitza, hoer ich zwischen den zeilen, drinnen dann setze ich mich schraeg gegenueber, es gibt gut dimensionierte schreibtische, die belegschaft soll bis 16.00 noch oefter wechseln. hauptsaechlich alte maenner, dicke brillen, dicke akten. ein langes hartes arbeitsleben lang ueberwacht, wer von meinen kollegen hat berichtet, wer hat was verraten, was weiss wer ueber wen. auch junge, mit t-shirts gegen die verbrechen des kommunismus, teilblinder fokus auf geschichte, sie haben laptops und tippen in word, bestimmt cercetatori, forscher. und ehefrauen aus deutschland, sie beantragen kopien.

eine lange gechichte tut sich vor mir auf, die akte gestartet 1978, mit berichten bis zum hahr 1975, die geschichte steht auf meinem grossen zeh, es schmerzt leicht. codenamen, gutgesinnte berichte, neutrale, alles zweiter aufguss, zusammenfassungen des offiziers, ein paar handschriftliche originale, wie durch ein wunder sind manche stellen nachtraeglich markiert, mit einem anderen stift. nachrichten von einem anderen stern, einer anderen zeit. analogien zu existierenden szenarien der datenerfassung durchzucken mich, das war noch handarbeit, dienst am kunden, anfrage nach resita, an die entsprechende filiale des apparats: wer ist dieser emil bossert, was habt ihr ueber ihn. jahrzehnte entfernt von einer guten datenbank mit suchmaske. ich finde meinen eigenen namen, ich finde geschichten, ich finde personen, bekannte, ich finde wesenszuege, ich finde eine treffende beschreibung: man war gut informiert. eine scheibe aus den letzten realexistierenden aktenbergen der geschichte, da sind die 250 blaetter noch echt schmal. die gegenwart ist digital, vernetzung nimmt ein algorhytmus vor, soziale netzwerke + verbindungsdaten + IP adressen, praeferenzen, logfiles, kunden die sich fuer dies interessiert haben kauften auch jenes. in rumaenien wird die schaffung von beduerfnissen qua werbung noch sechs stockwerke gross geschrieben. da wo ich jetzt lebe, sind wir schon weiter. die befriedigung von beduerfnissen wird aufs genauste protokolliert, doch der service, das herzblut der offiziere, die menschliche komponente geht floeten. auffaelligkeiten hat ein filter aufzuspueren, dafuer ist der personelle aufwand geringer, und damit die lohnnebenkosten. und die datenbasis ist gigantisch.

dann des nachmittags, auf dem weg in meine klause, ein gang zum prepaid shop, endlich: eine karte fuer mein mobile, 4 EUR, 22 RON und ich habe eine rumaenische mobilnummer. herbert gruenwald anrufen, der ist grad im gespreach mit dem securisten, der alle IMs der tarom-filialen im ausland zu betreuen hatte, wie passend. ein kaffee steht noch aus. ein spaziergang durch den cismigiu-park, der marketing-veranstaltung eine nestle(?)-tochter zusehen, das ist entertainment fuer kids, weiter irrend duch das gewirr alstaedtisch anmutender gassen duch bukarest, haett ich bloss einen stadtplan. grob nach der sonne, dann calea grivitei, gleich die victoriei, dann schon gleich piata amsei. alles im umbau, str. mendeelev. ich war hier taeglich. eine runde um meine alte schule, fast gibts blasen, nur fragmente abrufbar aus meinem hirn. ich schleich ums gattopardo blu, lasse meine schritte durche den geschichtstraechtigen saal knarren, der den ort fuer so manches gelage im beisein meines alten herrn, eines aktenkundigen geniessers, hergab und gehe auf die terasse, diesmal ohne thomas, die bedienung kommt mir bekannt vor, es gibt ein ausgezeichnetes risotto und eine espresso-grappa-kombo, man darf sich doch wohlfuehlen, oder? waeren da nicht die scorpions aus der anlage. ich muss mit suciu reden. doch der ist nur zwischen 12 und 3 da jeden tag. still loving you.

langsam gewoehne ich mich an das klima, metereologisch und sozial. wozu gibts klimaanlagen. und davon echt viele, was muessen die bukarester vorher geschwitzt haben... meinen ipod hab ich noch gar nicht benutzt. und die dicken autos dick, wortlich zu nehmen, ich gewinne den eindruck, solche autos werden nur fuer den osteuropaeischen markt produziert, es gibt ihn, da ist der sprit sowieseo egal. elena basescu, die juengste tochter des praesidenten, hats nach bruessel geschafft, ins europaparlament, wir warten auf fotos mit paris hilton. die wahltouristen waren bestimmt fuer sie, hat papa organisiert, um ihr ne freude zu machen.

miss marple. perfekt zum runterkommen.