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01.12.2016

Im November irgendwann
den Kalender ich begann.
Zu erfreuen meine Lieben
mit Versen, welche ich geschrieben.

Heute, Leute, ist der Erste,
Aller Anfang ist der Schwerste,
Doch ich gebe mich betont
heiter, weil ich das gewohnt.

Ich bin gespannt, genau wie ihr,
über was noch einfällt mir,
den Kalender zu befüllen,
bis Heiligabend vollzumüllen,
und mit kleinen, feinen Reimen,
mich in euer Herz zu schleimen...
Nein, das war jetzt übertrieben!
Ich schreib einfach: Für meine Lieben!



02.12.2016

Kalender sagt uns: heute zwei
doch der Tag ist einerlei:
Mal fällts schwer und mal gehts schnell,
und dann sprudelt er, der Quell.
Mal gehts schnell und mal fällts schwer,
die Worte wolln einfach nicht mehr.

Kriecht da Hirn auf allen Vieren,
kann es sich nicht konzentrieren,
Anderntags da springt es schnelle,
auf und ab wie ne Gazelle,
und im besten aller Fälle,
wenn ich es zur Rede stelle,
kommt was raus, was mir gefällt.
Und dann schenk ich es der Welt.



03.12.2016

Today, dear people, is the third,
brings you rhymes you haven't heard
the twisted sounds of words absurd,
brought to you by a language nerd.

Ob die Zwei oder die Drei,
Zahlen sind doch einerlei
wichtig bei der Reimerei
ist der Twist. Den hab ich frei-
lich noch im Gepäck dabei.

Nicht doch dass die Tasten rasten
schnell noch in den Kasten hacken
hurtig soll der Drucker spucken
Love me tender auf Papier
zucken Worte in Kalender
von mir


04.12.2016

Nummer vier: gleich hier.
Ich geh ins Ex, trink Bier.
Ich, das Tier, nicht bei dir.
Wann sind wir hier?

Hab ich was hinzuzufügen
oder muss ich mich begnügen
mit was war, was ist, was wahr ist

Und am Morgen: Was, kein Türchen?
Warum ist da kein Papierchen?
Nur gesoffen, nix geschrieben?
Wo ist mein Gedicht geblieben?




05.12.2016

Fünf: Die Nummer im Kalender
Heute ist der Tag, an dem der
Ivo Jubiläum hat.
Elfe glatt.
Darum, wird's ein schöner Tag,
weil ich endlos gern ihn mag,
und auch alle anderen lachen:
Hau rein Ivo, komm, lass krachen!

Doch davon mal abgesehen,
soll hier auch was für alle stehen.
Um des täglich' Reimes willen,
muss ich dichten, statt zu chillen.

Doch ich bin darob nicht gram,
sehe keinen Grund zur Scham,
Hab die Hoffnung, dass euch freut,
was ich euch geschrieben heut.

Und noch eine extra Zeile,
die ich nur mit Anna teile,
ist dir manchmal nicht nach lachen,
hast du Sachen, die dich quälen,
die dir deine Laune stehlen,
und du fragst, was kann ich machen?
Komm zu mir, lass dich umarmen,
und ich geb dir einen warmen
Kuss. Weil es dann besser gehen muss.
Kein Stuss!


06.12.2016

Nach dem Fünften kommt der Sechste
und auch heute gibt es Texte.
Damit jede/r sich auch freue,
auf den nächsten Tag, aufs Neue.

Es warten Abenteuer satt
und handfeste Langeweile.
wir hoffen zu chillen
und sind doch in Eile

Was kann man noch sagen
was kann man nicht sagen
wohin mit all den
bohrenden Fragen

Was darf man nicht wagen
warum nicht verzagen
verzahnen die Bahnen
die Weite erahnen

Geleckt in Prospekten
die gieren, die Irren
mit all den Defekten
was Neues beginnen

Wir haben doch uns
und wolln noch viel mehr
wo kommt denn auf einmal
die Kälte daher

Wir sind nicht am Ende,
und sieht's auch so aus,
wir machen was draus!


07.12.2016

Heute: sieben. Für die Lieben
schnell noch einen Reim geschrieben.
Wollte gehen, doch bin geblieben,
wollte sehen, doch bin erblindet,
was sich windet, wer sich schindet
wer mir's wunde Herz verbindet.

Weiss wovon ich rede, schreie,
wer mir zuhört,
keine zerfetzten Gedanken sollen euch verwirren
glasklare Lyrik und wohlfeile Worte
gehärtet im Druck des dumpfen Grübelns

Und ist auch alles verschlüsselt,
mit dem Schlüssel der Phantasie und
dem Salz der Assoziation
so gewinnt man daraus doch
den bitteren Nektar der Wahrheit.

Was ist Dreck und was ist Information
des Einen Symphonie ist des Anderen Rauschen

Ach, ihr Banausen,
schreibt euch eure Gedichte
doch selber.


08.12.2016

Ja, ich werd neutraler schreiben,
immer auf dem Boden bleiben,
Tat und Sachen nicht verwischen,
Wunsch und Wirklichkeit vermischen

Was man abends nicht mehr dichtet,
dann vielleicht die Nacht vernichtet:
Damit ehre ich die Acht,
kurz nur, sonst zerfliesst die Nacht


09.12.2016

Alle Neune! hört man gerne
mal beim Kegeln aus der Ferne
Hab ich Flegel mich verkegelt?
Bin ich richtig eingepegelt?

Ist der Reim auch fein genug?
Kommt der Zusammenhang zum Zug?
Kommt der Zug im Bahnhof an?
Und wenn ja, dann bitte wann?

Was das Gedicht verspricht,
hält es oft nicht.

Doch ich gräme mich deswegen
nicht, auch nicht verlegen
bin ich. Ohne Zaudern zauber ich
Gebrauchsreime. Wie schauderlich.


10.12.2016

Zum Drittel der Dezember rum,
was haben wir gefroren,
Doch richtig neu ist mir das nicht,
so geht's seit ich geboren.

Und doch mag ich die Zeit ganz gern,
noch ist ja gar nicht Winter,
Voll im Advent, Fest vor der Tür,
Es freuen sich die Kinder

So nehm ich mir die Zehn heut vor
und bringe sie zum Singen
Das Reimen ist heut gar nicht zäh,
muss nicht um Worte ringen

Fass dich kurz, es ist schon spät!
Ich hör nicht auf die Stimmen
Ich drehe Wörter, lach mich schlapp
Ich kann hier nicht gewinnen.

Ich drehe Runden, drehe durch
Ich atme tief und tiefer
Die dichte Wolke dichtet mich
Schnaps läuft mir durch den Kiefer

Im freien Fall: Ich pflücke mir
der Sprache schönste Blüten
dort, wo sie wachsen, drin im Hirn,
wo die Gedanken wüten

Ich schau mir an, was um mich rum
passiert, wie alle ticken.
Manchmal gefällt mir, was ich seh'.
Ach komm schon, lass uns tanzen!

So freue ich mich durch den Tag,
bis ich die Nacht umarme.
Ich küsse sie, wie sie es mag,
Und sink' ins Bett, ins warme.


11.12.2016

Elf, die Elfe, Spiel mit Zahlen,
Mystik, lustig, im Realen
Ist auch schon Advent der dritte,
der Kalender fast auf Mitte
Fallen durch Konnotationen
in des Hirns verbot'ne Zonen
Wirres Wirken Wortspielkasse
Zahnschmerz Mundschenk Schnabeltasse

Und wir halten uns
in den Armen
an die Regeln
für was Besseres

Aber


12.12.16

Weiter, weiter eilt er
Dezember, du Verpeilter,
In Versprechen eingekeilter

Mehr als dreie sollten's sein
Zeilen im Gedichtelein
Horch mal tiefer in dich rein

Sechs tun's leider auch noch nicht
Verliert der Dichter sein Gesicht
Wenn er sich die Zunge bricht

Geh der Sache auf den Grund
Sag's wie's ist, buck keinen Tschund
Sind es zwölfe, ist es rund


13.12.2016

Jetzt schlägts dreizehn
Wird vorbeigehn
Werd mich fügen
immer lügen
Mich nicht fügen
nie mehr lügen

Klar, der Druck
Sprache, spuck
Finger, zuck

Hau ruck

Steig auf den Pflock
Lupfe den Rock
Spring wie ein Bock

Leute was geht
wird wieder so spät
Damit kann ich nein nein nein
Niemals niemals zufrieden sein


14.12.2016

Schaff ich es auch bei der Vierzehn,
Mit 'nem Poem euch zu bezirzen?
Werdet ihr mich dafür loben
oder gar vor Ärger toben?

Wird es euch gefallen und
gibt es Sinn? Erscheint's euch rund?
Lässt es euch ein wenig schmunzeln
oder lässt's die Stirn euch runzeln?

Ich tu das nicht für Anerkennung,
oder meines Namens Nennung,
dass ich dies hier für euch schreibe
ist, damit euch etwas bleibe,
wenn ich auch schon längst im Loch.
Doch bis dahin dauert's noch!

(Und es macht mir einfach Spass
zu schreiben. Reicht euch das?)


15.12.2016

Leer war's Türchen
kein Figürchen
nichts gewesen
nichts zu lesen
nichts zu lachen
nichts zu machen
Hey: vergessen?
Fünfzehn mal ging's gut
doch heute war ich
leichte Beute für den Stress
konnte nicht rocken
kam ins Stocken
nur Rumgestammel
muss mich sammeln
um für morgen
was zu besorgen.

Noch ein Fakt: an manchen Tagen
hab ich einfach nichts zu sagen
Oder doch, bloss keine Zeit.
Und so war das, glaub ich, heut.



16.12.2016

Sechzehn zwölf und nochmal sechzehn
Nach frischen Versen Leute lechzen
Unter Bringschuld Dichter ächzen
Reimlast dünstet aus den Texten
Und das zehrt selbst an den Besten
Doch ich schöpfe aus den Resten
einer Zukunft unbekannt.
Lieber Kopf, dort steht die Wand!


19.12.2016

Mensch was klaffen da für Lücken
Schon zwei Tage wollt's nicht glücken
Wirklich: Keine Disziplin!
Sag, wo führt das alles hin?

Nachzuholen gibt es viel
fragt sich nur, ob ich das will
Oder ob ich guter Dinge,
siebzehn, achtzehn überspringe
um am Neunzehnten dagegen
wieder was ins Tor zu legen

20.12.2016

Zwanzig schon in zwölf und ich
schreibe ein Gedicht für dich.
Nur ein Kurzes, denn ich muss
los, und wie es dann so geht
bin ich wieder mal zu spät.


21.12.2016

Einundzwanzig zwölf, gespiegelt,
Meine Lippen sind versiegelt,
Doch die Finger wollen nicht rasten
Brauchen Tasten
Wer verfasst denn
Die verhassten
angepassten
grade aus dem Knast entlassenen
Billigreime von der Stange
Nicht mehr lange

Der Druck steigt
Ich spuck gleich
Mir wirds
zu seicht


22.12.2016

Noch zwei Tage, noch zwei Türchen
Fast lief alles wie am Schnürchen
Zwei und zwei, schreib zweiundzwanzig
Gib mir'n Kuss und reib am Schwanz mich
Halt mich fest und hab mich lieb
und befried'ge meinen Trieb
Denn auch ich liebe dich sehr
wo das herkommt, gibts noch mehr
und ist auch der Beutel leer
geb ich dich bestimmt nicht her.


23.12.2016

Fast am Ziel und doch nicht fertig
Ende, Spurt und Endlosschleife
Auslaufrille: Nichts begriffen

Wahn und wahllos
wenig Worte
Will nur um des Wissens willen
Amtliche Alliterationen
muss mich schonen
schützen vor Assoziationen
Einfach mal aufs Blatt und später
wird gesiebt, gelöscht, was steht da
Was geht weiter, was versiegt
Was ist nur noch Inschrift, komm ich
hier noch weiter oder
nicht?

Absatz, neues Glück, viel Knoblauch
Keine Schweinerei'n, wieso auch
Dreiundzwanzig geile Zeilen
galt es heute zu zerteilen
und ich schreibe mich behende
ans Ende


24.12.2016

Letzte Runde, letzter Tag,
Vierundzwanzig laut ich sag
Und ich fühle mich befreit
Beginnen kann die Zwischenzeit
In der sich die Jahre reiben
Schliess die Augen, lass mich treiben
Der Kalender ist vorbei.
War für jeden was dabei?
Hattet ihr beim Lesen Spass?
Alles da? Vermisst ihr was?
Und das Jahr? Für euch gelungen?
Dem Alltag Freude abgerungen?
Viel erlebt? Gelacht, getanzt?
Nicht in Trübsinn euch verfranst?
Ich will's hoffen, denn mir liegt
viel an euch, und dass ihr kriegt
was ihr braucht und was ihr wollt,
dass man den Respekt euch zollt,
der wie jedem euch gebührt,
der noch Leben in sich spürt.
Dass der trüben Tage wenig,
dafür Sonnige. Ich seh nicht
wo da das Problem sein soll.
In der Zukunft wird es toll!

(Und die beginnt gleich heute!)





+++++++++++++++++++++++

Gleich auf die Halde:
Gudrun, du wärst fünfundsechzig
Heute ächz ich und das rächt sich

denn ich könnt' den Tag bestehen
ohne aus dem Haus zu gehen.

Vor dem Problem zu stehen und zu sehen
wie weit kann ich gehen


Werd mitnichten mich vernichten
Ich werds richten, werde dichten
Bis
Nicht vernichten mich fürs Dichten

Vierzehn, kürzen
Blick nach vorn,




Die wütende Mülltüte lässt grüssen
Auch die wortlose Kolchose

Zeilenweiser Zeitzerteiler
Leicht verpeilter Reimefeiler

Zwölffach geküsst von Musen

zurück
auf
an die Fakten


Und sinken Gedanken
Wie kranke Tanten
Geniess dies!

Wenn alle pennen
Will ich rennen

Genesende Genossen
Zur Zukunft entschlossen
Mit zersprungenen Lungen
und verblutenden Zungen

Die Fäuste geballt
bereit zur Gewalt
Bald




Gerissen von Wiesen
die Blumen spriessen
im Bad kleben Fliesen
auf Diesen geniessen
zwei Portugiesen
au weia
geh schlafen